Mittwoch, 3. Juli 2013

Rezension – ‚The Fallen Angel’ von Daniel Silva



Genre:
Thriller.

Umfang:
Ca. 432 Seiten (Print).

Serie:
Ja (Gabriel Allon Nr. 12)

Inhalt:
Gabriel Allon, im Ruhestand befindlicher Agent des israelischen Mossad, arbeitet an der Renovierung eines Gemäldes von Caravaggio, als ihn der persönliche Sekretär des Papstes um Hilfe bittet. Eine junge Kunsthistorikerin des Vatikans liegt mit zerschmettertem Körper im Petersdom. Die Polizei des Vatikans geht von Suizid aus, aber Allon stellt schnell fest, dass es sich um Mord handelt. Die Historikerin war einem Ring von Kunsträubern auf der Spur, der eng mit Terroristen im Nahen Osten zusammenarbeitet. Allon begegnet einer Verschwörung, die bis nach Jerusalem reicht, wo ein Anschlag während eines Besuches des Papsts erfolgen soll.

Perspektive:
Personale Perspektiven der wichtigsten Figuren (insb. Allon); einige auktoriale Passagen.

Erzählzeit:
Präteritum.

Setting:
U. a. Rom, Wien, Berlin, Jerusalem. Alle Settings werden eingängig beschrieben. Gutes Kopfkino.

Struktur und Spannungsbogen:
Klassischer Thriller. Ausgehend vom auslösenden Ereignis (Auffinden der Toten) entwickelt sich aus der anfänglich scheinbar begrenzten Perspektive eine globale Verschwörung, die die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird, wenn der Protagonist nicht einschreitet. Die Täter stehen frühzeitig fest und anders als beim Whodunit – Krimi, geht es hier um das Verhindern einer Tat, nicht in erster Linie um die Aufklärung derselben.

Charaktere:
Allon ist ein (mittlerweile gealterter) Held vom Typus eines James Bond, allerdings fehlt ihm die britische Ironie. Niemand kann es mit ihm aufnehmen, gefährdet sind allenfalls seine Mitstreiter, auf die sich die Empathie des Lesers konzentrieren muss. Viele Figuren kommen in verschiedenen Büchern der Serie vor. Sie werden allerdings immer wieder neu vorgestellt, zT mit identischen Textbausteinen, was für Vielleser ermüdent sein kann.

Sprache:
Silvas Sprache ist flüssig, die Beschreibungen sind ausgesprochen detailliert ausformuliert  - das Kopfkino wird gut bedient. Ausgefallene Metaphern und Sprachspielereien vermisst man allerdings. Silva schreibt Thriller für ein großes Publikum, die regelmäßig No 1 in den USA erreichen; sein sprachlicher Anspruch ist thrillertypisch eher durchschnittlich. Es kommt ihm in erster Linie auf die Handlung an.

Fazit:
‚The Fallen Angel’ (nettes Wortspiel) ist ein spannender Thriller, der den Leser an viele, auch ausgefallene Settings führt. Die Themen, die Silva mit seinen Romanen bedient, ähneln sich. Meistens drehen sich die Thriller um islamischen Terror gegen Israel, um das Dritte Reich und häufig auch um Kunst (Raubkunst, illegaler Kunsthandel etc.). Auf die Dauer kann das etwas ermüden, aber die einzelnen Werke sind sehr spannend und professionell geschrieben: kein Kapitel ohne Cliff Hanger sowie ausführliche Setting- und Personenbeschreibungen am Kapitelanfang. Auch für Autoren sind die Bücher lesenswert und in ihrer Professionalität lehrreich. Was etwas neven kann, sind die immer gleichen Arrangements von Gut und Böse. Böse sind (Überraschung!) Iran, Palästina, Deutschland und die Schweiz; gut sind Israel, die USA und ab und zu Großbritanien. Wenn man mit der politischen Schwarz/Weiss-Denke leben kann: lesenswert!

Subjektive Bewertung:
4 Sterne (von max. 5).

Anm.: Die Übersetzung kann ich nicht beurteilen, da ich das Buch im amerikanischen Original gelesen habe.





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Bildquelle: Amazon.de / Harper

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