Freitag, 26. Juli 2013

Rezension – ‚Gun Machine von Warren Ellis (Krimi-Bestenliste der ZEIT, Juli 2013)

Genre:
Thriller.

Umfang:
384 Seiten (Print).

Inhalt:
Bei einem Einsatz wird Detective Tallows Partner erschossen. In einer Wohnung am Tatort entdeckt Tallow per Zufall eine große Waffensammlung. Bei näherer Untersuchung wird festgestellt, dass die Waffen alle bei Morden eingesetzt wurden, die unaufgeklärt geblieben sind. Tallow stellt schließlich fest, dass sich der offensichtlich wahnsinnige Täter auf einer Art Kriegspfad befindet. Hierbei orientiert er sich an den ehemaligen indianischen Siedlungsstätten auf dem heutigen Manhattan. Seine Auftraggeber sind jedoch nur allzu diesseitig. Als Tallow ihnen zu nahe kommt, schlagen sie zurück.
Perspektive:
Wechselnde personale Perspektiven insb. des Protagonisten Tallow und des Täters.

Setting:
New York – mit dem Schwerpunkt Manhattan. Ellis gibt seinem Krimi eine interessante historische Komponente, indem er sich an den ehemaligen Siedlungsschwerpunkten des Indianerstammes orientiert, der Manhattan vor den Weißen bewohnt hat.

Sprache:
Ellis Sprache ist hart, kraftvoll und reich an Metaphern. Zum Teil ist sie absurd überdreht. Sie korrespondiert perfekt zur Hard Boiled Action der Story.

Charaktere:
Alle Figuren der Story sind unverwechselbare Originale, die einfach Spaß machen. Insbesondere der einsame Protagonist, der erst durch den Tod seines Partners aus seinem ‚Schlaf’ erwacht und der antagonistische Großstadtindianer auf seinem ganz eigenen Kriegspfad sind charakterlich tief ausgeleuchtet.

Fazit:
‚Gun Machine’ ist ein comicartig überdrehter Hard Boiled Thriller, der seine eigene unverwechselbare Sprache findet. Er ist spannend, reich an Action und bietet neue Einblicke in den Bad Big Apple. Der Roman wurde u. a. in der Krimi-Bestenliste der ZEIT (Juli 2013) empfohlen und dieser Empfehlung schließe ich mich gerne an. Die einzige Schwäche des Buches, eine stellenweise zu große Metapherndichte, die den Blick auf das Wesentliche verstellt, ist zu vernachlässigen.

Subjektive Bewertung:
5 Sterne (von max. 5).




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Bildquelle: Amazon.de / Heyne

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